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Alte Turnhalle als Schutzhütte im Wald

Wie die alte Ferndorfer Turnhalle auf die „Rötsche“ kam
Fangen wir mal vorne an: 1895, sieben Jahre nach der Gründung des Turn- und Spielvereins (TuS) Ferndorf, wurde neben dem Ferndorfer Bahnhof eine kleine Turnhalle eingeweiht. Jahrzehntelang wurde hier intensiv geturnt, bis im Jahr 1960 am Ziegeleifeld neben dem Sportplatz eine neue Turnhalle entstand. Den Jüngeren Mitbürgern dürfte die alte Turnhalle nur noch als Arztpraxis Stutte/Bojar bekannt sein.

Viele Jahre später im Jahre 2012 war der TuS in den Planungen zu seiner 125-Jahrfeier und der Festzugleiter „Podi“ (Günter Belz) somit in der Vorbereitung des geplanten Festzuges. Auf die Frage der Donnerstags-Leichtathleten, was er sich denn so als Festzugbeitrag vorstelle, antwortete er kurzentschlossen: "Jungs, ihr baut die alte Turnhalle!" Gesagt, getan: im Herbst 2012 stand der grobe Plan. Die Baustelle wurde nach Dahlbruch verlagert, denn schließlich durfte in Ferndorf ja keiner was mitbekommen. Balken, Bleche, Farbe und die Reckstange wurden besorgt, in vielen Stunden wurde mit 'ner Menge fleißiger Leute gewerkelt und jeden Abend alles mit einer großen Plane gut zugehängt.

In der Woche vor dem Fest wurde die Halle abends nach Ferndorf gefahren. Gut versteckt hinter der Feuerwehr-Rettungswache wurden dann noch einige Feinarbeiten durchgeführt. Der Turnhallen-Festwagen war dann am 7. Juli 2013 im Einsatz und sorgte an verschiedenen Einsatzstellen der Turner am Reck für längere Staus in dem rund zwei Kilometer langen Festzug.

Und dann? Es hieß immer: "Sehen wir nach dem Fest."
Die "Halle“ sollte irgendwie für die Allgemeinheit genutzt werden und nicht in einem privaten Hinterhof verschwinden. Mangels Ideen wurde der Wagen samt Halle jedoch erst Mal in die Winterbach nach Dahlbruch gebracht und dann verging viel Zeit. Schließlich brachte eine Pressemeldung mit Neuigkeiten zum Kindelsbergpfad die passende Idee: "Kindelsbergpfad jetzt auch mit QR-Code-Beschilderung… An der Qualität des Themenwanderweges wird kontinuierlich gearbeitet. Des Weiteren ist die Aufstellung einer Schutzhütte im Bereich der „Sonnenberger Rötsche“ geplant."

Die alte Turnhalle als Schutzhütte
Im August 2014 wurden Gespräche mit dem Stifter der QR-Codes, Olaf Schröder, mit dem Tourismusbeauftragten der Stadt Kreuztal, Michael Häusig, und mit Bürgermeister Walter Kiß geführt, wobei man verschiedene Aufstellvarianten durchsprach. Nach der Zusage von Stadt und Hauberg ging es an die praktische Umsetzung. Es folgte ein Vorort-Termin mit Verwaltung und städtischem Bauhof und dann ging es sehr schnell. Der Bauhof leistete beste Unterstützung bei den Fundament- und Schotterarbeiten!

So war alles bereit für den Neuaufbau der alten Turnhalle, die transportbedingt in zwei Teilen angeliefert wurde und wegen des besonderen Standortes etwas geschrumpft worden war. Am 14. Oktober 2014 hiefte ein Autokran der Firma Dornseiff das große, schwere Teil auf den Platz an der „Rötsche“ und am Freitag drauf wurde schon Richtfest gefeiert. Bis Anfang November folgte dann noch die Fertigstellung des Daches. So steht inzwischen ein schöner, offener und geräumiger Unterstand für alle Kindelsbergpfad-Wanderer im Ferndorfer Wald.

Die „DoLas“ - Donnerstags-Leichtathleten - hoffen natürlich, dass auch manch' Ferndorfer, egal ob TuS`ler oder nicht, den Weg hinauf zur Deuker-Alm finden wird. (Frank Afholderbach im Januar 2015)

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Die alte Turnhalle beim Bahnhof im Jahr 1895 (li.) - heute befindet sich darin die Arztpraxis Stutte & Bojar

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Neuaufbau der alten Turnhalle am Kindelsbergpfad oberhalb der Ferndorfer Rötsche

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"Deuker-Alm" im Winter 2014 - einige Restarbeiten werden zum Beginn der Wandersaiaon 2015 abgeschlossen sein