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Mehr als 550 Jahre Feldhof Ferndorf

Lange Zeit war es ungewiss, wann der Feldhof gebildet worden ist. Um 1500 wird in alten Dokumenten zwar der Name "Johann vffm (auf dem) Felde" genannt, aber der Feldhof wurde noch nicht erwähnt. Durch Nachforschungen in einem "Maibede-Verzeichnis" (die Bede war eine landesherrliche Steuer) ergab sich, dass Johann vffm Felde mit dem 1498 erscheinenden Nigngeln Johan identisch ist. Dadurch ließ sich wiederum nachweisen, dass der Feldhof bereits 1461 - also vor 550 Jahren - bestand.

Einer von vier Ferndorfer Urhöfen
Als „Urhöfe" bezeichnen wir die vier zuerst gegründeten Höfe, um die herum sich nach und nach die Ortschaft bildete. Der etwas abseits gelegene „Irlenhof“ wird als klösterlicher Besitz von Drolshagen erstmals 1434 erwähnt. Die Namen von drei gräflichen Lehnshöfen tauchen im 15. und 16. Jahrhundert in alten Aufzeichnungen auf; es sind „Feldhof“ (1461), „Fröhlichshof“ (1470) und „Fintzerhof“ (1571). 1461 zählte man bereits 17 Steuerzahler, was ca. 85 Menschen entspricht.

Die Geschichte des Feldhofs
1562 ging der Hof durch einen Tausch an die Siegener Geistlichen über. In der Tauschakte und einer Urkunde von 1611 wurde u. a. die Abtrennung vom Fröhlichshof dokumentiert. Bei Holzuntersuchungen im Jahr 2000 wurde das Baujahr des Nordgiebels auf die Zeit um 1781/82 datiert. In der Dachkonstruktion wurden allerdings auch noch ältere Balken verzimmert, die jedoch wegen fehlender Jahresringe nicht genau datiert werden konnten. Es ist wahrscheinlich, dass sie aus dem sog. "Vorgängergebäude" stammen.

1959 wurde das Fachwerk im Erdgeschoss auf der Straßenseite durch Mauerwerk ersetzt. Hierbei wurde auch das Niveau des Bodens tiefer gelegt und der ehemalige Stall wurde zur guten Stube umgebaut. Bei Umbauarbeiten 1973 entdeckte man im Haus ein alter „Pötz“ (Brunnen). Bis heute erhalten ist der "offene Ern" - die zentral gelegene Diele, die sich über zwei Geschosse erstreckt. Bemerkenswert ist auch, dass im Feldhof lange Zeit der Ferndorfer Dorfbulle gehalten wurde.

Scheunen, Backhaus und Hofeiche des Feldhofs 
Zum Feldhof gehörten zwei Scheunen, ein Schuppen und ein Backhaus. Die Scheune, die nach Süden an das Wohnhaus angrenzt, wurde Ende der 1940er-Jahre erneuert und wird als Garage und Werkstatt genutzt. Der kleine Schuppen auf der Nordseite wurde abgebrochen. Die zweite Scheune (Hausname "Knäsdersch", Feldhof 4) und das Backhaus (Hausname "Backes", Feldhof 7) wurden im 19. Jahrhundert zu Wohnhäusern umgebaut. Hinter dem Haus "Backes" steht heute noch die alte Hofeiche des Feldhofs.

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Alle vier Ferndorfer Urhöfe im Plan des Urkatasters von 1835

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Der Feldhof im April 2011

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Der Feldhof vor dem Umbau 1955. In der Mitte ein gekörter Bulle der Rasse Rotes Höhenvieh, der Bullenhalter ist Fritz Siebel sen.